Prävention: ein Thema das jeden betrifft

Kind hält sich verängstigt die Augen zu
© by Willi Schewski/pixelio.de

Wir als Kolpingjugend im Diözesanverband Trier sind uns bewusst, dass sexualisierte Gewalt in der Verbandsarbeit geschehen kann.

Die Arbeit der Kolpingjugend soll einen geschützten Rahmen geben, in dem Kinder und Jugendliche sich ermutigt fühlen, Grenzverletzungen anzusprechen und ernst genommen zu werden. Dies ist eine der wichtigsten Grundlagen pädagogischer Arbeit in Gruppen. Wiederkehrende Grenzverletzungen, auch im Rahmen sexualisierter Gewalt, sind für uns nicht tolerierbar. Wir wollen darüber Bescheid wissen um etwas ändern zu können und auch ermöglichen, Vermutungen und „ungute Gefühle“ besonnen klären zu können.

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen in den Verbänden ist das oberste Ziel!

In diesem Bereich "Prävention" der Homepage wollen wir dir Informationen und Hilfsmittel an die Hand geben. Außerdem geben wir dir im Bereich Beschwerde die Möglichkeit Dinge auszusprechen, die dir bei der Kolpingjugend auffallen oder aufgefallen sind.

Schutz vor Kindeswohlgefährdung ist ein unangenehmes Thema, das aber nun in die alltägliche Arbeit eingearbeitet werden muss und sich dann in die Zukunft einpflegt.

Prävention insgesamt aber kann Spaß machen. Es ist ein Erfolg zu sehen wie junge Menschen gestärkt werden und in einer Atmosphäre der Offenheit miteinander umgehen.

  • Kinder schützen
  • Verpflichtungserklärung
  • Führungszeugnis
  • Kontakt
Kind sitzt unter schützendem Regenschirm im Regen
© by Kersten Schröder/pixelio.de

Alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Verbandsarbeit sollen sich wohlfühlen und mit ihren Gedanken, Empfindungen und Meinungen respektvolle Begegnungen erfahren. Als katholischer Jugendverband der Diözese Trier ist es uns ein Anliegen besonders unseren jüngsten Mitgliedern ausreichend Schutz zu bieten. Im Unterschied zu Erwachsenen fehlen Kindern noch die Fähigkeiten und Fertigkeiten um aus eigener Kraft die eigenen Grundbedürfnisse zu erkennen und auf das Fehlen hin zu weisen. Es ist daher Aufgabe ihrer Eltern und Bezugspersonen durch altersgemäße Betreuung und Erziehung dafür Sorge zu tragen diese Grundbedürfnisse zu erfüllen. Damit ist es auch unsere Aufgabe den Kindern und Jugendlichen einen geschützten Rahmen  zu bieten, um beispielsweise Grenzverletzungen ansprechen zu können und damit ernst genommen zu werden. Dies stellt eine der wichtigsten Grundlagen pädagogischer Arbeit in Gruppen dar.

Weiterhin ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen durch ein gelungenes Präventionskonzept zu erreichen. Ziel präventiver Arbeit im Verband ist es, ein wertschätzendes Klima zu schaffen, um Kindeswohlgefährdung in den "eigenen Reihen" zu verhindern. Die Präventionsarbeit in unserem Verband setzt auf Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche und hauptberufliche Personen, mit dem Ziel, das Wissen im Verband über dieses Thema zu erweitern. So bietet die Kolpingjugend DV Trier im Rahmen der Juleica Ausbildung regelmäßig die Gruppenleiterschulung „Schau hin“ an, die sich insbesondere mit den Themen: rechtliche Grundlagen, Kindeswohlgefährdung, Grenzverletzungen, sexualisierte Gewalt und Prävention befasst. Dort werden auch einige Praxisbeispiele und Methoden zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen erlernt.

Im Rahmen der Präventionsarbeit der Deutschen Bischofskonferenz wurde eine bindende Selbstverpflichtungserklärung für Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit herausgegeben. Die Abteilung Jugend hat für das Bistum Trier eine eigene Verpflichtungserklärung erarbeitet, um sicherzugehen, dass sich alle ehrenamtlich Verantwortlichen mit der Prävention sexualisierter Gewalt auseinandersetzen und dem Thema angemessen Raum gegeben wird. Es müssen alle die sogenannte "Verpflichtungserklärung" unterzeichnen. Mit der Unterschrift wird bekräftigt, dass man sich für einen verlässlichen und sicheren Rahmen im Umgang miteinander einsetzt.

Die Verpflichtungserklärung wird vor allem als pädagogisches Instrument gesehen, dass bei der Thematisierung eines angemessen Umgangs miteinander helfen soll und sicherstellt, dass sich alle mit den Punkten der Erklärung auseinandersetzen. Gleichzeitig ermöglicht es Leitungen auf Fehlverhalten hinzuweisen und trägt so zu einem verlässlichen Umgang miteinander bei. Die Verpflichtungserklärung der Kolpingjugend findet ihr hier.

Mit dem 1. Januar 2012 steht fest, dass die öffentlichen Träger der Jugendhilfe sicherstellen müssen, keine Personen, die wegen einer einschlägigen Straftat im Bereich der Sexualdelikte rechtskräftig verurteilt wurden, in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.

Nachdem man sich nicht auf Bundesebene einigen konnte, wie man dieses Gesetz einheitlich umsetzen kann, einigten sich die Jugendämter von Rheinland-Pfalz und dem Saarland jeweils wenigstens auf Landesebene.

Das Vorgehen in 6 Schritten!

Um ein erweitertes Führungszeugnis anfordern zu können bedarf es einer Institution, die den Antrag ausstellt. In unserem Falle ist das die Kolpingsfamilie vor Ort.

1. Wird das Führungszeugnis benötigt?
Anhand der Angaben des jeweiligen Bundeslandes wird ermittelt, ob die Person das erweiterte Führungszeugnis benötigt.

2. Die Bestätigung für die Meldebehörde zur Beantragung erweiterter Führungszeugnisse ausfüllen, unterschreiben und stempeln.
Die Person, die das erweiterte Führungszeugnis benötigt, beantragt mithilfe der Bestätigung für die Meldebehörde das erweiterte Führungszeugnis bei der entsprechenden Meldebehörde.

3.Liste der vorlagepflichtigen Personen ausfüllen. Diese Liste an das Kolpingwerk DV Trier schicken mit Angabe einer Frist, bis zu der eine Einsichtnahme benötigt wird (ca. 8-12 Wochen).

Kolpingwerk DV Trier,
Dietrichstraße 42,
54290 Trier

Hier geht es zur Liste des jeweiligen Bundeslandes
Saarland                              
Rheinland-Pfalz

4. Man sendet das erweiterte Führungszeugnis an den Kirchlichen Notar:
Bischöfliches Generalvikariat Trier
Herr Dr. Ulrich Wierz, Kirchlicher Notar
Persönlich
Hinter dem Dom 6

54290 Trier

Der Notar nimmt Einsicht und sendet das erweiterte Führungszeugnis zurück, sofern ein frankierter Rückumschlag beiliegt (auch eine persönliche Vorlage ist möglich). Ohne den Rückumschlag wird das Zeugnis nach Einsichtnahme vernichtet.

5. Die Liste wird nach Ablauf der Frist an die Kolpingsfamilie zurückgeschickt. Aus dieser kann man die notwendigen Informationen entnehmen.

6. Auffrischung des Zeugnisses nach 3 (Saarland) bzw. 5 (Rheinland Pfalz) Jahren.

Wir als Kolpingjugend im Diözesanverband Trier sind uns bewusst, dass sexualisierte Gewalt in der Verbandsarbeit geschehen kann und nehmen das ernst!
Ein geschützter Rahmen in dem Kinder und Jugendliche sich ermutigt fühlen Grenzverletzungen anzusprechen und damit ernst genommen werden, ist eine der wichtigsten Grundlagen pädagogischer Arbeit in Gruppen. Wiederkehrende Grenzverletzungen, auch im Rahmen sexualisierter Gewalt, sind nicht tolerierbar. Wir wollen darüber Bescheid wissen, um etwas ändern zu können und auch ermöglichen, Vermutungen und „ungute Gefühle“ besonnen klären zu können. Das Wohl der Kinder und Jugendlichen in den Verbänden ist dabei das oberste Ziel!

Aus diesem Grund haben die Verbandsleitungen mit ihrem Dachverband, dem BDKJ, beschlossen, geschulte AnsprechpartnerInnen für vermutete, beobachtete oder erlebte Situationen sexualisierter Gewalt im Rahmen der Jugendverbände einzuführen. Sie sind mögliche erste GesprächspartnerInnen, mit denen ein vertrauensvolles Gespräch geführt werden kann, ohne dass jemand gleich etwas unternehmen muss, um die Situation zu ändern. Gleichzeitig können die AnsprechpartnerInnen auf Wunsch auch direkte Unterstützung veranlassen bzw. vermitteln.

Wenn du im Rahmen verbandlicher Jugendarbeit sexualisierte Gewalt vermutest, beobachtest oder erlebst, kannst du dich an eine der AnsprechpartnerInnen wenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob du Gruppenmitglied, FreizeitteilnehmerIn, GruppenleiterIn, HautpberuflicheR oder FamilienangehörigeR etc. bist.

Die AnsprechpartnerInnen sind unterschiedlichen Alters, kommen aus unterschiedlichen Verbänden und Regionen. Manche sind auch ganz ohne verbandliche Bindung. Sie haben ganz unterschiedliche Aufgaben in ihrem Verband: GruppenleiterInnen, Verbandsvorstände, BildungreferentInnen. Außerdem gehören die AnsprechpartnerInnen unterschiedlichen Berufsgruppen an. Sie haben viel Erfahrung in der verbandlichen Arbeit, sind für ihre Aufgabe geschult und kennen sich im Thema sexualisierter Gewalt aus. Die AnsprechpartnerInnen haben die Aufgabe, mit dir, wenn du sexualisierte Gewalt vermutest, beobachtet und/oder erlebt hast, ein erstes helfendes Gespräch zu führen.

Marie-Christin Sommer von der Kolpingjugend Plaidt ist eine der zwölf AnsprechpartnerInnen. Wenn ihr mehr über das Konzept und die  AnsprechpartnerInnen erfahren wollt schaut doch mal auf die Internetseite des BDKJ Trier.